Impfungen und Impfberatung in Neuss

Praxis Drususallee Dr. Pukies und Kollegen Neuss Grippeschutzimpfung Neuss Influenza Impfung Neuss Alle Mitarbeiterinnen der Praxis Drususallee haben eine Zusatzausbildung als Impfmanagerin

Welche Impfungen sind für mich sinnvoll?

Muss etwas aufgefrischt werden?

Und ist mein Impfschutz vollständig?

 

In der Praxis Drususallee in Neuss helfen wir Ihnen, den Überblick zu behalten. Unsere zertifizierten Impfmanagerinnen prüfen Ihren Impfpass kostenlos. Gemeinsam besprechen wir, welche Impfungen zu Ihrem Alter, Ihrer Gesundheit und Ihren Reiseplänen passen.

Hier finden Sie Informationen zu Pneumokokken, FSME, Keuchhusten und weiteren Impfungen.

 

Bringen Sie Ihren Impfpass zum nächsten Termin mit – wir beraten Sie gerne persönlich.

Grundimpfungen

 

Die von der ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfohlenen Grundimpfungen sind nach einigen Engpässen wieder lieferbar und können in der Regel kurzfristig geimpft werden. Sprechen Sie unser Team an!

 

 

Grippe, Corona und RSV
Welche Impfung ist für Sie sinnvoll, und wann ist der richtige Zeitpunkt? Antworten zu Empfehlungen, Verträglichkeit und Kosten finden Sie auf unserer Seite Grippe-, Corona- und RSV-Impfung.

Pneumokokken-Schutzimpfung

Ein wirksamer Schutz vor Lungenentzündung – besonders ab 60

 

Praxis Drususallee · Stand: 26. September 2026

 

Pneumokokken sind Bakterien, die viele Menschen unbemerkt im Nasen-Rachen-Raum tragen. Sie sind die häufigsten bakteriellen Erreger einer Lungenentzündung. Außerdem können sie Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen verursachen. Gelangen sie ins Blut oder an die Hirnhäute, können sie eine Blutvergiftung (Sepsis) oder eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auslösen.

Mit zunehmendem Alter und bei chronischen Erkrankungen steigt das Risiko für schwere Verläufe. Die Impfung senkt dieses Risiko deutlich. Welche Impfung für Sie passt, besprechen wir gern persönlich mit Ihnen.

 

Für wen ist die Impfung empfohlen?

 

Die Ständige Impfkommission – kurz STIKO – empfiehlt die Pneumokokken-Impfung:

  • allen Menschen ab 60 Jahren, auch wenn sie gesund und fit sind;
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen von Herz oder Lunge, zum Beispiel Herzschwäche, Asthma oder COPD;
  • Menschen mit Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen sowie mit chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen;
  • Menschen mit bestimmten Erkrankungen des Nervensystems, etwa Anfallsleiden;
  • Menschen mit geschwächter Immunabwehr, etwa durch eine Erkrankung, eine Chemotherapie oder Medikamente, die das Immunsystem bremsen;
  • Menschen, deren Milz entfernt wurde oder eingeschränkt arbeitet;
  • Menschen mit einem Cochlea-Implantat oder einer Liquorfistel;
  • Menschen, die beruflich regelmäßig Metallrauch einatmen, etwa beim Schweißen oder Trennen von Metallen.

Ihre Erkrankung ist gut eingestellt?

Auch dann gilt die Empfehlung.

Sie sind unter 60 und gesund?

Dann ist die Impfung für Sie ab dem 60. Geburtstag vorgesehen – oder früher, sobald ein Risikofaktor hinzukommt. RKI zur Pneumokokken-Impfempfehlung

 

Grippe und Pneumokokken: zwei Impfungen, die sich ergänzen

Nach einer Grippe ist die Lunge eine Zeit lang geschwächt. Pneumokokken können diese Phase für eine zusätzliche Lungenentzündung nutzen. Für Menschen ab 60 und für Risikogruppen sind deshalb beide Impfungen empfohlen.

 

Welcher Impfstoff – und wie oft?

Für Erwachsene empfiehlt die STIKO einen modernen Konjugatimpfstoff, der vor 20 Pneumokokken-Typen schützt und auch im höheren Alter eine starke Immunantwort aufbaut. Nach heutigem Stand genügt eine einmalige Impfung – für alle ab 60 Jahren ebenso wie für Menschen mit Risikofaktoren.

 

Sie wurden bereits gegen Pneumokokken geimpft?

Dann ergänzen wir Ihren Schutz mit dem neuen Impfstoff: frühestens ein Jahr nach einer früheren Konjugatimpfung oder sechs Jahre nach einer Impfung mit dem älteren Polysaccharidimpfstoff. Ihr Impfpass zeigt uns, was bei Ihnen passt. 

Bei stark geschwächter Immunabwehr, etwa nach einer Stammzelltransplantation, kann ein eigener Impfplan sinnvoll sein. RKI: Fragen und Antworten zur Pneumokokken-Impfung

 

Wie wird die Impfung vertragen?

Die Impfung wird in der Regel gut vertragen. Oft schmerzt der Arm an der Einstichstelle oder ist gerötet und geschwollen. Auch Müdigkeit, Kopf- oder Gliederschmerzen und leichtes Fieber sind möglich. Diese Beschwerden klingen meist nach ein bis drei Tagen ab.

Über die Verträglichkeit und seltene Risiken sprechen wir mit Ihnen vor der Impfung. Wenn Sie eine frühere Impfung schlecht vertragen haben, sprechen Sie uns an.

 

Mehrere Impfungen, ein Termin?

Die Pneumokokken-Impfung kann am selben Termin wie die Grippe- oder die Corona-Impfung erfolgen. Bei RSV prüfen wir die passende Kombination anhand des verwendeten Impfstoffs.

 

Wann impfen?

Die Pneumokokken-Impfung ist das ganze Jahr über möglich. Der Herbsttermin zur Grippeimpfung bietet sich an, um beides zu verbinden. Mehr zu Grippe, Corona und RSV finden Sie in unserer Information zu den Herbstimpfungen.

 

Wer übernimmt die Kosten?

Für gesetzlich Versicherte ist die Pneumokokken-Impfung eine Kassenleistung, wenn eine STIKO-Empfehlung besteht – also ab 60 Jahren oder bei einem der genannten Risikofaktoren. Bei beruflicher Indikation übernimmt in der Regel der Arbeitgeber die Kosten. Privat Versicherte erhalten die Kosten entsprechend ihrem Tarif erstattet.

 

Bei Fragen zur Kostenübernahme helfen wir Ihnen gern vor der Impfung.

Bringen Sie einfach Ihren Impfpass mit. So sehen wir, welche Impfungen Sie bereits erhalten haben, und planen gemeinsam den passenden Schutz.

Ihr Team der Praxis Drususallee

 

Medizinisch geprüft von Dr. med. Guido Pukies, Facharzt für Innere Medizin · Stand: 26.09.2026

Zeckenschutzimpfung

Eine zunehmend wichtige Impfung ist die Schutzimpfung gegen FSME, die von Zecken übertragene Hirnhautentzündung. 

aus aktuellem Anlass die wichtigsten Fragen dazu und unser Infoblatt zum durchlesen & herunterladen.
 

„Braucht jetzt jeder die Zeckenimpfung?“

„Es gibt ja inzwischen zwei Impfungen, gegen von Zecken übertragene Erkrankungen. 
Mit der sogenannten Zeckenimpfung ist die FSME-Impfung gemeint, und die empfehlen wir vor allem Menschen in Risikogebieten oder Menschen, die dort viel draußen sind, also beim Wandern, Joggen, Radfahren, Campen oder beruflich im Freien. Für jemanden in NRW ohne besonderes Risiko ist das keine generelle Standardimpfung. Wer aber regelmäßig in Risikogebiete fährt, sollte das aktiv prüfen lassen.“ 

 

„Ist das inzwischen auch ein NRW-Thema?“

„Ja, mehr als früher. In NRW ist noch nicht flächendeckend FSME nachgewiesen. Aber es gibt mit Solingen aktuell ein offizielles RKI-Risikogebiet. Weil nicht flächendeckend getestet werden, ist von einer Dunkelziffer auszugehen. Zeckenstiche und auch einzelne FSME-Infektionen außerhalb klassischer Risikogebiete erinnern uns daran, dass man das Thema nicht mehr nur als Süddeutschland-Problem abheften sollte.“ 

 

„Was ist der Vorteil der FSME-Impfung in einfachen Worten?“

„Die FSME-Impfung schützt nicht vor dem Zeckenstich selbst, sondern vor einer gefährlichen Folge, nämlich einer Virusinfektion des Nervensystems mit Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündung. Gerade das ist der entscheidende Punkt: Gegen FSME gibt es keine ursächliche Therapie, wir können dann nur die Symptome behandeln. Die Impfung ist deshalb der sicherste Schutz für Menschen mit relevantem Risiko.

Die FSME-Impfung ist eine Impfung gegen die gefährlichste Zeckenkrankheit, nicht gegen den Stich. Wer in einem Risikogebiet lebt, dorthin reist oder viel draußen unterwegs ist, kann sich damit sehr wirksam vor einer schweren Hirnhaut- oder Gehirnentzündung schützen.“ 

 

„Schützt die Zeckenimpfung auch gegen Borreliose?“

„Die FSME-Impfung schützt nicht vor Borreliose. Das FSME-Virus hat fiese Verwandte: Die Borrelien. Das sind Bakterien, die ebenfalls von Zecken übertragen werden.

 

„Gibt es denn inzwischen eine Impfung gegen Borreliose?“

„Es gibt einen neuen Impfstoff, der 2026 zugelassen werden soll. Das ist eine spannende Entwicklung. Aber in den Praxen ist er noch nicht!
Für die Patienten heute gilt deshalb noch: Schutz vor Zeckenstichen und schnelles Entfernen der Zecke bleiben das Entscheidende.“ 

 

„Also ist die Borreliose-Impfung bald da?“

„Bald vielleicht, aber noch nicht jetzt. Die Daten sind ermutigend, Zulassungsanträge sind geplant, aber zugelassen und verfügbar ist der Impfstoff noch nicht. Ich würde im Radio deshalb bewusst sagen: in Entwicklung, aussichtsreich, aber noch nicht im Impfpass angekommen.“ 

 

„Was soll man nach einem Zeckenstich konkret tun?“

„Die Zecke möglichst rasch entfernen, am besten mit Pinzette oder Zeckenkarte, hautnah greifen und ruhig herausziehen. Bitte kein Öl, keinen Klebstoff. Danach die Stelle desinfizieren und in den nächsten Wochen beobachten. Wenn sich eine größer werdende Rötung entwickelt, also eine Wanderröte, oder wenn Fieber, Kopf-, Muskel- oder Nervensymptome dazukommen, sollte man ärztlich draufschauen lassen.“

 

„Hilft schnelles Entfernen wirklich?“

„Für Borreliose ja, das hilft. Für FSME leider nicht zuverlässig, weil FSME-Viren schon sehr früh beim Stich übertragen werden können. Genau deshalb ist bei FSME die Impfung der zentrale Schutz, während bei Borreliose das frühe Entfernen der Zecke besonders wichtig ist.“ 

 

„Soll man nach einem Zeckenstich vorsorglich Antibiotika nehmen?“

„Nein, routinemäßig nicht. Eine vorbeugende Antibiotikagabe nach Zeckenstich wird vom RKI nicht empfohlen. Entscheidend ist: Zecke entfernen, beobachten und bei typischen Zeichen wie Wanderröte oder Beschwerden gezielt behandeln.“ 

 

„Kann man sich direkt nach einem Zeckenstich noch schnell impfen lassen?“

„Für den gerade erfolgten Stich ist das keine Rettung. Wenn FSME-Viren übertragen wurden, kann eine nachträgliche Impfung diese konkrete Infektion nicht mehr verhindern. Sie kann aber sinnvoll sein, wenn künftig weitere Exposition zu erwarten ist, also als Schutz für die nächsten Zeckenkontakte.

Vorbeugung beginnt bei der Kleidung: feste Schuhe, lange Hose, lieber hell als dunkel, und nach dem Aufenthalt in der Natur einmal gründlich absuchen. Das ist sehr wirksam, weil die Zecken so gar nicht erst zum Biss kommen.“

Bei Borreliose gilt: Je schneller die Zecke entfernt wird, desto besser. Bei FSME ist die Impfung für Risikopersonen der entscheidende Schutz, weil das Virus früh übertragen werden kann.

Viele Zeckenstiche lassen sich verhindern, wenn man nach dem Spaziergang oder nach der Gartenarbeit kurz kontrolliert. Das ist simpel und sehr wirksam.“

 

Impfungen
„Man braucht drei Impfungen für den Grundschutz: eine jetzt, eine nach ein paar Wochen, und eine dritte nach einigen Monaten. Dann ist man gut geschützt.“

 

„Und dann gilt: Auffrischung in der Regel alle fünf Jahre, ab 60 alle drei Jahre, damit der Schutz stabil bleibt.“„Es gibt auch ein Schnellschema, wenn es kurzfristig ist, zum Beispiel vor einer Reise. Dann kann man den Schutz deutlich schneller aufbauen.“

Weitere (Reise-) Impfungen

Reiseimpfungen

Auch bei Fragen zu Reiseimpfungen stehen wir Ihnen gerne zur Seite. 
TIPP: Sprechen Sie Ihre Krankenkasse an, ob und wenn ja wie Kosten übernommen werden können. Einige Kassen zeigen sich hier kulant und übernehmen (teilweise) die Kosten, auch wenn es sich nicht um gesetzliche Pflichtleistungen handelt.

 

 

 

Keuchhusten

Liebe (Groß-) Eltern,

sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

in der Praxis habe ich Ihnen schon die wich­tigsten Informa­tionen zur Erkrankung mitgeteilt. Als „Gedächtnisstütze“ möchte ich Ihnen noch ein paar Informationen mit auf den Weg geben, damit Sie –beziehungsweise Ihr Kind– gar nicht erst krank bzw. möglichst schnell wieder gesund werden!

 

Was ist Keuchhusten?

Keuchhusten ist eine durch Bakterien ausgelöste, sehr ansteckende Infektionskrankheit der Atemwege, die welt­weit und ganzjährig vorkommt. Der Erreger, Bordetella pertussis, bildet Giftstoffe, welche die Schleimhäute der Luftwege schädigen. Das Bakterium kommt ausschließ­lich beim Menschen vor. Keuchhusten ist weltweit eine der häufigsten Infektionskrankheiten der Atemwege. In Deutschland ist die Mehrheit der Kinder gegen Keuch­husten geimpft. Der Impfschutz wirkt aber erst etwa ab dem 12. Lebensmonat und hält nicht ewig: Hier trifft die Krankheit daher zunehmend nicht ausreichend geschützte Jugendliche und Erwachsene.

 

Übertragung von Mensch zu Mensch

Keuchhustenerreger werden von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen. Beim Husten, Niesen oder Sprechen können sich die Bakterien über winzige Speichel-Tröpfchen bis zu einem Meter in der Luft weiter verbreiten und eingeatmet werden. Beinahe jeder Kontakt zwischen einem Erkrankten und einer ungeschützten Person führt zu einer Ansteckung.

 

Antibiotika helfen kaum. Warum?

Die Atemwege sind mit sogenannten Flimmerhärchen ausgekleidet. Diese transportieren Fremdkörper und Schleim zum Ausgang der Lunge, damit sie abgehustet werden können. So reinigt sich die Lunge. Die Bakterien, die den Keuchhusten auslösen, geben einen Giftstoff ab, der die Flimmerhärchen der Bronchialschleimhaut schwer schädigt. Dadurch kann sich die Lunge nicht mehr von den Sekreten befreien und der bis zur Erschöpfung anhaltende Husten ist die Folge.

Auch wenn Antibiotika die Bakterien abtöten dauert es einfach lange, bis sich die Härchen der Schleimhaut erholt haben und die Reinigung der Lunge wieder funkti­oniert. Bis dahin ist der Husten anhaltend und quälend.

 

Welche Krankheitszeichen haben Erkrankte?

Keuchhusten verläuft typischerweise  in drei Stadien:

Zu Beginn zeigen sich für 1-2 Wochen leichte Erkäl­tungszeichen mit Schnupfen, Husten und Heiserkeit, Schwäche und gelegentlichem Fieber.

Danach beginnt die Phase der Hustenerkrankung, dem die Krankheit ihren Namen verdankt. Typisch ist dabei ein langwieriger, trockener Husten. Krampfartige minuten­lange Hustenstöße enden häufig mit einem typischen keuchenden Einziehen der Luft. Die zahlreichen anfalls­weise auftretenden Hustenstöße können sehr quälend sein. Oft kommen die Hustenanfälle in der Nacht und enden in dem Herauswürgen von zähem Schleim und anschließendem Erbrechen. Die Patienten leiden unter Appetit- und Schlaflosigkeit. Fieber tritt selten auf.

 

Bei Neugeborenen und Säuglingen kann Keuchhusten zudem zu lebensgefährlichen Atemstillständen führen.

 

Die Hustenerkrankung dauert in der Regel 4-6 Wochen(!) 

 

In der 6- bis 10-wöchigen Erholungsphase klingen die Hustenattacken allmählich ab. Noch monatelang können aber kalte Luft, körperliche Anstrengung oder Zigaretten­rauch Reizhusten auslösen.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen verläuft der Husten meist langanhaltender, ohne die typischen Hustenanfälle. Dieser untypische Verlauf macht es schwer, Keuchhusten zu erkennen. Entsprechend hoch ist die Ansteckungs­gefahr, die von den unerkannten Patienten ausgeht.

 

Komplikationen können insbesondere im ersten Lebensjahr auftreten. Mögliche Komplikationen sind:

Lungen- und Mittelohrentzündung
Selten, aber besonders gefürchtet ist eine Schädigung des Gehirns durch Sauerstoffmangel, der bei den Hustenanfällen durch Atemaussetzer entstehen kann.

 

Als Dauerschäden können Lähmungen, Seh-, Hör- oder dauerhafte geistige Behinderungen zurück­bleiben. Dies betrifft vor allem nicht geimpfte Säuglinge unter 6 Monaten.

 

Wann ist man ansteckend?

Zwischen 7 und 20 Tagen nach Ansteckung entstehen die ersten Krankheitszeichen. Bereits kurz vor dem Auf­treten der ersten Krankheitszeichen sind Erkrankte an­steckend. Die Ansteckungsgefahr ist am höchsten in der Erkältungsphase, bevor die typischen Hustenanfälle auf­treten. Sie dauert bis drei Wochen nach Beginn der Hustenattacken an. Wird Keuchhusten mit Antibiotika behandelt, verkürzt sich die Übertragungsfähigkeit auf rund 5 Tage nach Beginn der Behandlung.

 

Wer ist besonders gefährdet?

Für Neugeborene kann eine Keuchhustenerkrankung lebensbedrohlich sein. Sie haben weder eigene, spezifi­sche Abwehrstoffe gegen Keuchhusten noch einen soge­nannten Nestschutz. Das bedeutet, die Mutter überträgt während der Schwangerschaft keine Antikörper gegen die Krankheit auf das Kind. Neugeborene können daher ab dem ersten Lebenstag angesteckt werden. Einen wirksamen Schutz erhalten die Kinder erst durch eine Impfung. Bis ein wirksamer Impfschutz aufgebaut ist, dauert es aber bis zum ersten Geburtstag, da sich der Impfschutz erst aufbauen muss!

Keuchhusten kann jeden treffen. In Deutschland erkran­ken zunehmend Jugendliche und Erwachsene. Sie stellen wiederum eine ernstzunehmende Infektionsquelle für Säuglinge und Kleinkinder dar.

 

Daher sollten alle Paare mit Kinderwunsch oder gerade geborenem Kind darauf ach­ten, dass für die Eltern selbst, aber auch für alle Kontaktpersonen des Kindes (Großel­tern, andere Verwandte, Betreuer…) eine Auf­frischungsimpfung erfolgt. Damit sich keine ungeimpfte Personen dem Kind nähern und es unbeabsichtigt gefährden!

 

Was muss ich bei einer Erkrankung beachten?

Erkrankte sollten zum Schutz anderer isoliert werden und in keinem Fall mit Säuglingen, Kleinkindern oder Senioren in Kontakt kommen.
Säuglinge unter 6 Monaten und Menschen mit schwe­ren Grunderkrankungen werden bei Keuchhusten meist im Krankenhaus behandelt. Dort können lebensgefähr­liche Atemaussetzer frühzeitig erfasst werden.
Medikamente sollen nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Ärztin eingenommen werden. Gegebenenfalls wird ein Antibiotikum verabreicht. Frühzeitig eingenommen, kann es in der ersten Phase der Erkrankung die Krankheit verhindern oder ab­schwächen. Haben die Hustenattacken schon einge­setzt, können Antibiotika den Krankheitsverlauf nicht verkürzen. Sie verkürzen aber die Dauer der Anste­ckungsfähigkeit und vermindern die weitere Aus­breitung.
Grundsätzlich sollte der Patient auf eine reizarme Umge­bung achten und viel trinken, um den trockenen Husten zu lösen. Aufgrund des Würgereizes und des Erbrechens ist es besser, kleine Mahlzeiten über den Tag zu verteilen. 
Kinder sollten während der Hustenanfälle aufrecht mit leicht vorgebeugtem Kopf sitzen.
Weil Keuchhusten von Mensch zu Mensch übertragen wird, gelten die gesetzlichen Regelungen des Infek­tionsschutz­gesetzes, um andere Menschen vor der Er­krankung zu schützen. Kinder und Erwachsene dürfen im Krankheitsfall Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergär­ten vorübergehend nicht besu­chen. Frühestens 5 Tage nach Beginn der Antibiotika­therapie, wenn der Gesund­heitszustand es zulässt oder 3 Wochen nach Beginn der ersten Krankheitszeichen können sich Keuchhusten-Patienten wieder in Gemeinschaftseinrichtungen aufhalten.
Bei Verdacht auf eine Keuchhusteninfektion sollte vor einem Besuch die Arztpraxis informiert werden, damit Maßnahmen zum Schutz anderer vor einer Ansteckung ergriffen werden können.

 

Impfen schützt sicher!

Gegen Keuchhusten schützt eine Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie für:

 

Säuglinge: Die Impfung besteht aus vier Teilimpfungen, davon 3 in den ersten 4 Lebensmonaten und die 4. zwischen 11 und 14 Monaten. Sie erfolgt zumeist wäh­rend der Früherkennungsuntersuchungen. Säuglinge sollten möglichst frühzeitig geimpft werden, da eine Keuchhusten-Erkrankung lebensbedrohlich sein kann. Trotzdem dauert es gefährlich lange, bis der Impfschutz der Kinder selbst ausreicht! Bis dahin muss die Umge­bung der Kinder gesichert sein!
Kinder und Jugendliche erhalten je eine Auffrisch-Impfung mit 5-6 Jahren und mit 9-17 Jahren.
Erwachsene sollen die nächste fällige Impfung gegen Tetanus und Diphtherie einmalig in Kombination mit einer Impfung gegen Keuchhusten erhalten. Dies gilt auch, wenn im Verletzungsfall eine Tetanusimpfung erforderlich ist!
Frauen im gebärfähigen Alter sowie Eltern, Großeltern, Tagesmütter und weitere enge Kontaktpersonen von Säuglingen.
Personal im Gesundheitswesen und Gemeinschafts­einrichtungen.

 

Patienten jeden Alters können sich nach einer überwun­denen Erkrankung erneut anstecken. Der Immunschutz nach Erkrankung hält ca. 7 bis 20 Jahre und nach Imp­fung ca. 3,5 bis 12 Jahre. Danach kann man sich wieder anstecken. Die Impfung ist eine Leistung, die von Ihrer Krankenkasse gezahlt wird.

 

Wo kann ich mich informieren?

In unserer Praxis! Wir werden versuchen, alle Ihre Fra­gen und Sorgen zu beantworten. Sprechen Sie uns an!

 

Außerdem steht Ihnen das örtliche Gesundheitsamt für weitere Beratung zur Verfügung. Da Keuchhustenerkran­kungen gemeldet werden müssen, liegen dort Informatio­nen zur aktuellen Situation und große Erfahrungen im Umgang mit der Erkrankung vor.

Weitere Auskünfte zum Krankheitsbild finden Sie auch im Internet beim Robert Koch-Institut (www.rki.de).

Informationen zum Infektionsschutz durch Impfen finden Sie auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitli­che Aufklärung (www.impfen-info.de).

 

 

Haben Sie Fragen / Sorgen zu diesem Thema?

Dann  sprechen Sie unser Praxisteam bitte an!

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