Bitte bringen Sie zu Ihrem nächsten Termin Ihr Impfbuch mit. Unsere Mitarbeiterinnen sind alle zertifizierte Impfmanagerinnen. Unsere Praxis bietet Ihnen als kostenlosen Service eine Kontrolle Ihres Impfstatus an. Mögliche Impflücken können dann besprochen und ggf. geschlossen werden. Die von der ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen werden von Ihrer Kasse gezahlt. Manche Kassen erstatten (zumindest teilweise) darüber hinausgehend sinnvolle Impfungen. - Das sehr positive Echo auf unsere Impfaktion freut uns sehr und ermutigt, auch die letzten "Impflücken" bei unseren Patientinnen und Patienten zu schließen!
Seit 2015 sind über 1.000.000 Menschen nach Deutschland gekommen. Viele von ihnen sind aus Krisenregionen geflüchtet, in denen es oft nicht
einmal eine medizinische Grundversorgung gibt. Daher sind die meisten Flüchtlinge ungeimpft. Dadurch zeigen sich wieder Krankheiten, die man in Deutschland schon für ausgerottet hielt. Erst kürzlich
wurde bei einer erwachsenen Patientin in unserer Praxis eine Rötelnerkrankung festgestellt. Ebenso sind bereits mehrere Keuchhustenfälle aufgetreten.
Unsere Praxis hat darauf reagiert und alle unsere Medizinischen Fachangestellten haben eine Weiterbildung zur Impfmanagerin absolviert. Wir haben das ehrgeizige Ziel, für Sie und Ihre Familien
möglichst alle unnötigen Infektionskrankheiten zu verhindern. Denn beispielsweise ein Keuchhusten, der bei Ihnen einfach nur langwierig und sehr lästig sein kann, könnte für Ihr (Enkel-) Kind
lebensbedrohlich werden.
Grundimpfungen
Die von der ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfohlenen Grundimpfungen sind nach einigen Engpässen wieder lieferbar und können in der Regel kurzfristig geimpft werden. Sprechen Sie unser Team an!
Grippeschutzimpfung
Ab Mitte Oktober impfen wir auch wieder gegen Influenza. Bitte verwechseln Sie die „echte“ Grippe (gegen die wir impfen) nicht mit einer
Erkältungskrankheit, die umgangssprachlich oft auch als „Grippe“ bezeichnet wird. Während ein Erkältungsinfekt lästig, aber in der Regel harmlos ist, kann die „echte“ Grippe auch für junge Menschen
tödlich verlaufen.
Es wird empfohlen, die Impfung möglichst jedes Jahr in der Zeit von September bis November durchführen zu lassen. Eine Impfung ist jedoch auch zu einem späteren Zeitpunkt noch möglich und sinnvoll,
da der Schutz bereits ein bis zwei Wochen nach der Impfung voll ausgeprägt ist. Die Influenzaimpfung sollte jährlich erneuert werden.
In einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (Berlin) wird die Influenzaimpfung generell für Personen ab 60 Jahre als Standard-Impfung empfohlen. Für andere
Personen in Deutschland ist die Influenzaimpfung durch die STIKO bei Vorliegen einer „Indikation“ empfohlen, etwa bei chronischen Grunderkrankungen wie Asthma oder Diabetes, bei medizinischem
Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr sowie Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen fungieren können oder in der
Schwangerschaft.
Pneumokokken-Schutzimpfung
Impfschutz für ein aktives und gesundes Leben - für Alle ab 60.
Wenn Sie über 60 sind, sollten Sie die Schutzimpfung gegen Pneumokokken nutzen, weil dies die häufigsten bakteriellen Erreger für Lungenentzündungen bei über 60jährigen sind.
Was sind eigentlich Pneumokokken?
Pneumokokken sind Bakterien, die bei fast jedem Menschen im Nasen-Rachen-Raum vorkommen. Meist bleiben sie unbemerkt und verursachen keine Beschwerden.
Wenn das Immunsystem geschwächt ist — etwa bei kleinen Kindern, Senioren oder Patienten mit chronischen Erkrankungen — können sich die Erreger jedoch ungehindert vermehren und in den
Nasennebenhöhlen, der Lunge oder im Gehirn Infektionen auslösen.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht regelmäßig auf der Grundlage aktueller Studien ihre Impfempfehlungen aus, um zu gewährleisten, dass die Bevölkerung ausreichend gegen häufige Krankheiten
geschützt ist. Die STIKO empfiehlt eine Standard-impfung gegen Pneumokokken für Personen ab 60 Jahren und Patienten mit bestimmten Begleiterkrankungen:
Altersgruppe 60 +
Aber auch jüngeren Patienten mit z.B.:
- Chronischen Atemwegserkrankungen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Diabetes mellitus
- Chronischen Nierenkrankheiten
- Erkrankungen des Immunsystems
Pneumokokken-Erkrankungen werden üblicherweise mit Antibiotika behandelt. Dabei ist vor allem bei schweren Verläufen schnelles Handeln wichtig, denn jeder zweite Todesfall infolge einer
Pneumokokken-Infektion ereignet sich innerhalb von 48 Stunden.
Für eine erfolgreiche Therapie mit Antibiotika könnte es dann schon zu spät sein.
• Mit Pneumokokken-Impfung Schutz vor möglichen Pneumokokken-Infektionen (bei Kontakt mit typischen Überträgern, meist Kinder) verbessern.
• Eine Pneumokokken-Impfung kann gegen schwere, schwächende Erkrankungen wie Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung vorbeugen.
• Mit Pneumokokken-Impfung die Chance erhöhen, langwierige Krankenhausaufenthalte, etwa als Folge einer Lungenentzündung, zu vermeiden.
Die Impfung bieten wir Ihnen ohne Termin an.
Wichtig ist, dass Sie nicht akut an einem Infekt erkrankt sind.
Bringen Sie bitte Ihren Impfausweis und Ihre Versichertenkarte mit.
Eine zunehmend wichtige Impfung ist die Schutzimpfung gegen FSME, die von Zecken übertragene Hirnhautentzündung.
aus aktuellem Anlass die wichtigsten Fragen dazu und unser Infoblatt zum durchlesen & herunterladen.
„Braucht jetzt jeder die Zeckenimpfung?“
„Es gibt ja inzwischen zwei Impfungen, gegen von Zecken übertragene Erkrankungen.
Mit der sogenannten Zeckenimpfung ist die FSME-Impfung gemeint, und die empfehlen wir vor allem Menschen in Risikogebieten oder Menschen, die dort viel draußen sind, also beim Wandern, Joggen,
Radfahren, Campen oder beruflich im Freien. Für jemanden in NRW ohne besonderes Risiko ist das keine generelle Standardimpfung. Wer aber regelmäßig in Risikogebiete fährt, sollte das aktiv prüfen
lassen.“
„Ist das inzwischen auch ein NRW-Thema?“
„Ja, mehr als früher. In NRW ist noch nicht flächendeckend FSME nachgewiesen. Aber es gibt mit Solingen aktuell ein offizielles RKI-Risikogebiet. Weil nicht flächendeckend getestet werden, ist von einer Dunkelziffer auszugehen. Zeckenstiche und auch einzelne FSME-Infektionen außerhalb klassischer Risikogebiete erinnern uns daran, dass man das Thema nicht mehr nur als Süddeutschland-Problem abheften sollte.“
„Was ist der Vorteil der FSME-Impfung in einfachen Worten?“
„Die FSME-Impfung schützt nicht vor dem Zeckenstich selbst, sondern vor einer gefährlichen Folge, nämlich einer Virusinfektion des Nervensystems mit Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündung. Gerade das ist der entscheidende Punkt: Gegen FSME gibt es keine ursächliche Therapie, wir können dann nur die Symptome behandeln. Die Impfung ist deshalb der sicherste Schutz für Menschen mit relevantem Risiko.
Die FSME-Impfung ist eine Impfung gegen die gefährlichste Zeckenkrankheit, nicht gegen den Stich. Wer in einem Risikogebiet lebt, dorthin reist oder viel draußen unterwegs ist, kann sich damit sehr wirksam vor einer schweren Hirnhaut- oder Gehirnentzündung schützen.“
„Schützt die Zeckenimpfung auch gegen Borreliose?“
„Die FSME-Impfung schützt nicht vor Borreliose. Das FSME-Virus hat fiese Verwandte: Die Borrelien. Das sind Bakterien, die ebenfalls von Zecken übertragen werden.
„Gibt es denn inzwischen eine Impfung gegen Borreliose?“
„Es gibt einen neuen Impfstoff, der 2026 zugelassen werden soll. Das ist eine spannende Entwicklung. Aber in den Praxen ist er noch nicht!
Für die Patienten heute gilt deshalb noch: Schutz vor Zeckenstichen und schnelles Entfernen der Zecke bleiben das Entscheidende.“
„Also ist die Borreliose-Impfung bald da?“
„Bald vielleicht, aber noch nicht jetzt. Die Daten sind ermutigend, Zulassungsanträge sind geplant, aber zugelassen und verfügbar ist der Impfstoff noch nicht. Ich würde im Radio deshalb bewusst sagen: in Entwicklung, aussichtsreich, aber noch nicht im Impfpass angekommen.“
„Was soll man nach einem Zeckenstich konkret tun?“
„Die Zecke möglichst rasch entfernen, am besten mit Pinzette oder Zeckenkarte, hautnah greifen und ruhig herausziehen. Bitte kein Öl, keinen Klebstoff. Danach die Stelle desinfizieren und in den nächsten Wochen beobachten. Wenn sich eine größer werdende Rötung entwickelt, also eine Wanderröte, oder wenn Fieber, Kopf-, Muskel- oder Nervensymptome dazukommen, sollte man ärztlich draufschauen lassen.“
„Hilft schnelles Entfernen wirklich?“
„Für Borreliose ja, das hilft. Für FSME leider nicht zuverlässig, weil FSME-Viren schon sehr früh beim Stich übertragen werden können. Genau deshalb ist bei FSME die Impfung der zentrale Schutz, während bei Borreliose das frühe Entfernen der Zecke besonders wichtig ist.“
„Soll man nach einem Zeckenstich vorsorglich Antibiotika nehmen?“
„Nein, routinemäßig nicht. Eine vorbeugende Antibiotikagabe nach Zeckenstich wird vom RKI nicht empfohlen. Entscheidend ist: Zecke entfernen, beobachten und bei typischen Zeichen wie Wanderröte oder Beschwerden gezielt behandeln.“
„Kann man sich direkt nach einem Zeckenstich noch schnell impfen lassen?“
„Für den gerade erfolgten Stich ist das keine Rettung. Wenn FSME-Viren übertragen wurden, kann eine nachträgliche Impfung diese konkrete Infektion nicht mehr verhindern. Sie kann aber sinnvoll sein, wenn künftig weitere Exposition zu erwarten ist, also als Schutz für die nächsten Zeckenkontakte.
Vorbeugung beginnt bei der Kleidung: feste Schuhe, lange Hose, lieber hell als dunkel, und nach dem Aufenthalt in der Natur einmal gründlich absuchen. Das ist sehr wirksam, weil die Zecken so gar nicht erst zum Biss kommen.“
Bei Borreliose gilt: Je schneller die Zecke entfernt wird, desto besser. Bei FSME ist die Impfung für Risikopersonen der entscheidende Schutz, weil das Virus früh übertragen werden kann.
Viele Zeckenstiche lassen sich verhindern, wenn man nach dem Spaziergang oder nach der Gartenarbeit kurz kontrolliert. Das ist simpel und sehr wirksam.“
Impfungen
„Man braucht drei Impfungen für den Grundschutz: eine jetzt, eine nach ein paar Wochen, und eine dritte nach einigen Monaten. Dann ist man gut geschützt.“
„Und dann gilt: Auffrischung in der Regel alle fünf Jahre, ab 60 alle drei Jahre, damit der Schutz stabil bleibt.“„Es gibt auch ein Schnellschema, wenn es kurzfristig ist, zum Beispiel vor einer Reise. Dann kann man den Schutz deutlich schneller aufbauen.“
Reiseimpfungen
Auch bei Fragen zu Reiseimpfungen stehen wir Ihnen gerne zur Seite.
TIPP: Sprechen Sie Ihre Krankenkasse an, ob und wenn ja wie Kosten übernommen werden können. Einige Kassen zeigen sich hier kulant und übernehmen (teilweise) die Kosten, auch wenn es sich nicht um
gesetzliche Pflichtleistungen handelt.
Keuchhusten
Liebe (Groß-) Eltern,
sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
in der Praxis habe ich Ihnen schon die wichtigsten Informationen zur Erkrankung mitgeteilt. Als „Gedächtnisstütze“ möchte ich Ihnen noch ein paar Informationen mit auf den Weg geben, damit Sie –beziehungsweise Ihr Kind– gar nicht erst krank bzw. möglichst schnell wieder gesund werden!
Was ist Keuchhusten?
Keuchhusten ist eine durch Bakterien ausgelöste, sehr ansteckende Infektionskrankheit der Atemwege, die weltweit und ganzjährig vorkommt. Der Erreger, Bordetella pertussis, bildet Giftstoffe, welche die Schleimhäute der Luftwege schädigen. Das Bakterium kommt ausschließlich beim Menschen vor. Keuchhusten ist weltweit eine der häufigsten Infektionskrankheiten der Atemwege. In Deutschland ist die Mehrheit der Kinder gegen Keuchhusten geimpft. Der Impfschutz wirkt aber erst etwa ab dem 12. Lebensmonat und hält nicht ewig: Hier trifft die Krankheit daher zunehmend nicht ausreichend geschützte Jugendliche und Erwachsene.
Übertragung von Mensch zu Mensch
Keuchhustenerreger werden von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen. Beim Husten, Niesen oder Sprechen können sich die Bakterien über winzige Speichel-Tröpfchen bis zu einem Meter in der Luft weiter verbreiten und eingeatmet werden. Beinahe jeder Kontakt zwischen einem Erkrankten und einer ungeschützten Person führt zu einer Ansteckung.
Antibiotika helfen kaum. Warum?
Die Atemwege sind mit sogenannten Flimmerhärchen ausgekleidet. Diese transportieren Fremdkörper und Schleim zum Ausgang der Lunge, damit sie abgehustet werden können. So reinigt sich die Lunge. Die Bakterien, die den Keuchhusten auslösen, geben einen Giftstoff ab, der die Flimmerhärchen der Bronchialschleimhaut schwer schädigt. Dadurch kann sich die Lunge nicht mehr von den Sekreten befreien und der bis zur Erschöpfung anhaltende Husten ist die Folge.
Auch wenn Antibiotika die Bakterien abtöten dauert es einfach lange, bis sich die Härchen der Schleimhaut erholt haben und die Reinigung der Lunge wieder funktioniert. Bis dahin ist der Husten anhaltend und quälend.
Welche Krankheitszeichen haben Erkrankte?
Keuchhusten verläuft typischerweise in drei Stadien:
Zu Beginn zeigen sich für 1-2 Wochen leichte Erkältungszeichen mit Schnupfen, Husten und Heiserkeit, Schwäche und gelegentlichem Fieber.
Danach beginnt die Phase der Hustenerkrankung, dem die Krankheit ihren Namen verdankt. Typisch ist dabei ein langwieriger, trockener Husten. Krampfartige minutenlange Hustenstöße enden häufig mit einem typischen keuchenden Einziehen der Luft. Die zahlreichen anfallsweise auftretenden Hustenstöße können sehr quälend sein. Oft kommen die Hustenanfälle in der Nacht und enden in dem Herauswürgen von zähem Schleim und anschließendem Erbrechen. Die Patienten leiden unter Appetit- und Schlaflosigkeit. Fieber tritt selten auf.
Bei Neugeborenen und Säuglingen kann Keuchhusten zudem zu lebensgefährlichen Atemstillständen führen.
Die Hustenerkrankung dauert in der Regel 4-6 Wochen(!)
In der 6- bis 10-wöchigen Erholungsphase klingen die Hustenattacken allmählich ab. Noch monatelang können aber kalte Luft, körperliche Anstrengung oder Zigarettenrauch Reizhusten auslösen.
Bei Jugendlichen und Erwachsenen verläuft der Husten meist langanhaltender, ohne die typischen Hustenanfälle. Dieser untypische Verlauf macht es schwer, Keuchhusten zu erkennen. Entsprechend hoch ist die Ansteckungsgefahr, die von den unerkannten Patienten ausgeht.
Komplikationen können insbesondere im ersten Lebensjahr auftreten. Mögliche Komplikationen sind:
Lungen- und Mittelohrentzündung
Selten, aber besonders gefürchtet ist eine Schädigung des Gehirns durch Sauerstoffmangel, der bei den Hustenanfällen durch Atemaussetzer entstehen kann.
Als Dauerschäden können Lähmungen, Seh-, Hör- oder dauerhafte geistige Behinderungen zurückbleiben. Dies betrifft vor allem nicht geimpfte Säuglinge unter 6 Monaten.
Wann ist man ansteckend?
Zwischen 7 und 20 Tagen nach Ansteckung entstehen die ersten Krankheitszeichen. Bereits kurz vor dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen sind Erkrankte ansteckend. Die Ansteckungsgefahr ist am höchsten in der Erkältungsphase, bevor die typischen Hustenanfälle auftreten. Sie dauert bis drei Wochen nach Beginn der Hustenattacken an. Wird Keuchhusten mit Antibiotika behandelt, verkürzt sich die Übertragungsfähigkeit auf rund 5 Tage nach Beginn der Behandlung.
Wer ist besonders gefährdet?
Für Neugeborene kann eine Keuchhustenerkrankung lebensbedrohlich sein. Sie haben weder eigene, spezifische Abwehrstoffe gegen Keuchhusten noch einen sogenannten Nestschutz. Das bedeutet, die Mutter überträgt während der Schwangerschaft keine Antikörper gegen die Krankheit auf das Kind. Neugeborene können daher ab dem ersten Lebenstag angesteckt werden. Einen wirksamen Schutz erhalten die Kinder erst durch eine Impfung. Bis ein wirksamer Impfschutz aufgebaut ist, dauert es aber bis zum ersten Geburtstag, da sich der Impfschutz erst aufbauen muss!
Keuchhusten kann jeden treffen. In Deutschland erkranken zunehmend Jugendliche und Erwachsene. Sie stellen wiederum eine ernstzunehmende Infektionsquelle für Säuglinge und Kleinkinder dar.
Daher sollten alle Paare mit Kinderwunsch oder gerade geborenem Kind darauf achten, dass für die Eltern selbst, aber auch für alle Kontaktpersonen des Kindes (Großeltern, andere Verwandte, Betreuer…) eine Auffrischungsimpfung erfolgt. Damit sich keine ungeimpfte Personen dem Kind nähern und es unbeabsichtigt gefährden!
Was muss ich bei einer Erkrankung beachten?
Erkrankte sollten zum Schutz anderer isoliert werden und in keinem Fall mit Säuglingen, Kleinkindern oder Senioren in Kontakt kommen.
Säuglinge unter 6 Monaten und Menschen mit schweren Grunderkrankungen werden bei Keuchhusten meist im Krankenhaus behandelt. Dort können lebensgefährliche Atemaussetzer frühzeitig erfasst
werden.
Medikamente sollen nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Ärztin eingenommen werden. Gegebenenfalls wird ein Antibiotikum verabreicht. Frühzeitig eingenommen, kann es in der ersten Phase
der Erkrankung die Krankheit verhindern oder abschwächen. Haben die Hustenattacken schon eingesetzt, können Antibiotika den Krankheitsverlauf nicht verkürzen. Sie verkürzen aber die Dauer der
Ansteckungsfähigkeit und vermindern die weitere Ausbreitung.
Grundsätzlich sollte der Patient auf eine reizarme Umgebung achten und viel trinken, um den trockenen Husten zu lösen. Aufgrund des Würgereizes und des Erbrechens ist es besser, kleine Mahlzeiten
über den Tag zu verteilen.
Kinder sollten während der Hustenanfälle aufrecht mit leicht vorgebeugtem Kopf sitzen.
Weil Keuchhusten von Mensch zu Mensch übertragen wird, gelten die gesetzlichen Regelungen des Infektionsschutzgesetzes, um andere Menschen vor der Erkrankung zu schützen. Kinder und Erwachsene
dürfen im Krankheitsfall Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten vorübergehend nicht besuchen. Frühestens 5 Tage nach Beginn der Antibiotikatherapie, wenn der Gesundheitszustand
es zulässt oder 3 Wochen nach Beginn der ersten Krankheitszeichen können sich Keuchhusten-Patienten wieder in Gemeinschaftseinrichtungen aufhalten.
Bei Verdacht auf eine Keuchhusteninfektion sollte vor einem Besuch die Arztpraxis informiert werden, damit Maßnahmen zum Schutz anderer vor einer Ansteckung ergriffen werden können.
Impfen schützt sicher!
Gegen Keuchhusten schützt eine Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie für:
Säuglinge: Die Impfung besteht aus vier Teilimpfungen, davon 3 in den ersten 4 Lebensmonaten und die 4. zwischen 11 und 14 Monaten. Sie
erfolgt zumeist während der Früherkennungsuntersuchungen. Säuglinge sollten möglichst frühzeitig geimpft werden, da eine Keuchhusten-Erkrankung lebensbedrohlich sein kann. Trotzdem dauert es
gefährlich lange, bis der Impfschutz der Kinder selbst ausreicht! Bis dahin muss die Umgebung der Kinder gesichert sein!
Kinder und Jugendliche erhalten je eine Auffrisch-Impfung mit 5-6 Jahren und mit 9-17 Jahren.
Erwachsene sollen die nächste fällige Impfung gegen Tetanus und Diphtherie einmalig in Kombination mit einer Impfung gegen Keuchhusten erhalten. Dies gilt auch, wenn im Verletzungsfall eine
Tetanusimpfung erforderlich ist!
Frauen im gebärfähigen Alter sowie Eltern, Großeltern, Tagesmütter und weitere enge Kontaktpersonen von Säuglingen.
Personal im Gesundheitswesen und Gemeinschaftseinrichtungen.
Patienten jeden Alters können sich nach einer überwundenen Erkrankung erneut anstecken. Der Immunschutz nach Erkrankung hält ca. 7 bis 20 Jahre und nach Impfung ca. 3,5 bis 12 Jahre. Danach kann man sich wieder anstecken. Die Impfung ist eine Leistung, die von Ihrer Krankenkasse gezahlt wird.
Wo kann ich mich informieren?
In unserer Praxis! Wir werden versuchen, alle Ihre Fragen und Sorgen zu beantworten. Sprechen Sie uns an!
Außerdem steht Ihnen das örtliche Gesundheitsamt für weitere Beratung zur Verfügung. Da Keuchhustenerkrankungen gemeldet werden müssen, liegen dort Informationen zur aktuellen Situation und große Erfahrungen im Umgang mit der Erkrankung vor.
Weitere Auskünfte zum Krankheitsbild finden Sie auch im Internet beim Robert Koch-Institut (www.rki.de).
Informationen zum Infektionsschutz durch Impfen finden Sie auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.impfen-info.de).
Haben Sie Fragen / Sorgen zu diesem Thema?
Dann sprechen Sie unser Praxisteam bitte an!