Reisemedizinische Beratungen und Impfungen

Wenn Sie beruflich oder privat verreisen, ist es sinnvoll, sich nicht nur rechtzeitig über das passende Hotel, sondern auch über die medizinischen Rahmenbedingungen Gedanken zu machen. Besonders bei exotischeren Zielen und / oder chronischen Erkrankungen ist es klug, dies ausreichend früh und gründlich zu tun, damit die Reise unbeschwert verläuft.

Dazu können – je nach Reiseziel und individueller Gesundheit – ein paar Vorbereitungen erforderlich werden. 

Damit die schönste Zeit des Jahres unbeschwert verläuft, haben wir für Sie einige Hinweise zusammengestellt. Eine Liste für eine Reiseapotheke finden Sie unten. 

Die gesetzlichen Krankenversicherungen bieten nach eigener Definition einen zweckmäßigen, ausreichenden und wirtschaftlich sinnvollen Schutz. Dieser beinhaltet nur die Leistungen, die in Deutschland erforderlich sind. Bei Impfungen bedeutet dies, dass nur die von der Ständigen Impfkommission (StIKo) empfohlenen Impfungen für Deutschland gezahlt werden. Reisemedizinische Beratungen und die für eine Reise erforderlichen Impfungen gehören nicht dazu. 

Die AOK erklärt hierzu: „Die reisemedizinische Beratung und Impfung erfolgt aus individuellen Gründen und ist daher keine Leistung der Solidargemeinschaft der Gesetzlichen Krankenversicherung. Die Kosten trägt der Reisende oder evtl. der Arbeitgeber (arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung).“

Auch bei einigen privaten Krankenversicherungen kann es sein, dass -je nach Ihrem Vertrag- nicht automatisch alle Impfleistungen im Versicherungsschutz enthalten sind. Es lohnt sich daher, im Vorfeld einer Reise mit der Versicherung die Kostenübernahme zu besprechen.

Wenn Sie aus beruflichen Gründen reisen müssen, sollten Sie den Arbeitgeber auf die Kostenübernahme für Ihre Reiseimpfungen ansprechen.

Ablauf
Wenn Sie eine Reise planen, für die zusätzliche medizinische Maßnahmen erforderlich sind, sollten Sie sich möglichst früh in der Praxis melden und einen Termin zu einer Besprechung vereinbaren. Dieser sollte mindestens 4 Wochen vor der Abreise liegen. Da wir immer einen gewissen Vorlauf für Termine haben, sollten Sie sich am besten möglichst früh melden. Nennen Sie bitte auch das Reiseziel und die Art des Urlaubs. Wenn Sie beispielsweise einen Backpacker-Urlaub durch Thailand machen, sind andere Maßnahmen erforderlich, als bei einem reinen Hotelurlaub. Neben dem Reiseziel und der Reiseroute ist es sinnvoll, Datum und Aufenthaltsdauer mitzuteilen. Sofern Sie bei uns noch nicht lange Patient sind, sollten Sie auch akute oder chronische Erkrankungen mitteilen, sowie eine Liste der Medikamente die Sie einnehmen (auch von anderen Ärzten verschriebene Medikamente und selbst gekaufte Präparate). Bitte suchen Sie ihren Impfausweis und bringen Sie diesen mit.

Beratung
Beim Beratungsgespräch werden Sie über Krankheiten, die im Urlaub auftreten können beraten und natürlich auch über die notwendigen oder sinnvollen Impfungen und Vorbeugemaßnahmen (zum Beispiel Malaria-Prophylaxe). Für manche Reiseziele sind bestimmte Impfungen sogar gesetzlich vorgeschrieben. Auch mögliche Risiken und Nebenwirkungen der Maßnahmen werden besprochen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass in der Regel die mit den vorbeugenden Maßnahmen verbundenen Risiken deutlich geringer sind, als die Krankheitsgefahren.

Kosten
Reisemedizinische Beratungen und Impfungen werden nach Aufwand entsprechend der Gebührenordnung für Ärzte berechnet. Vor der eigentlichen Impfung ist eine kurze Untersuchung erforderlich, damit nicht in einen akuten Infekt hinein geimpft wird. Hinzu kommen die Durchführung der Impfung an sich und die Beschreibung eventuell medizinisch erforderlicher Verhaltensmaßnahmen. 

Beispiel
Ist nur eine kurze Beratung mit einer einzelnen Impfung erforderlich, kommen Sie z.B. auf 36,24 €: 
GoÄ-Ziffern, Leistung, Betrag
1 Kurze Beratung 10,72 €
5 symptombezogene Untersuchung 10,72 €
375 Schutzimpfung 10,72 €
76 Schriftl. Verhaltensplan im Urlaub 4,08 €

Werden an einem Tag simultan mehrere Impfungen durchgeführt oder sind mehrere Impftermine erforderlich, fällt ein entsprechend der Gebührenordnung höheres Honorar an.

Abrechnung
Die Abrechnung von Privatleistungen erfolgt in unserer Praxis über den Kölner Abrechnungsdienst. Hierzu müssen Sie im Vorfeld der Behandlung Ihre Zustimmung erteilen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns schwerpunktmäßig um Patienten und Medizin kümmern und die Abrechnungsangelegenheiten abgeben. Ihnen entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten und wir haben mehr Zeit für unsere Patienten. 
Wenn Sie die Rechnung überwiesen haben, können Sie bei Ihrer Krankenkasse (oder bei beruflichen Reisen bei Ihrem Arbeitgeber) nach einer Erstattung Ihrer Kosten fragen.

 

Beispiel Malaria
Eine Studie des Robert-Koch-Instituts ergab 1999, dass die Hälfte der an Malaria erkrankten Deutschen kein Mittel zur Versorgung im Gepäck hatte. Weltweit haben 90% der Touristen mit schweren Malariaverläufen und Todesfolge keine oder nur eine unzureichende Prophylaxe eingenommen. Eine vorbeugende Beratung hätte hier helfen können!

Bitte beachten Sie, dass in der Regel die notwendigen „unüblichen“ Impfungen und vorbeugende Medikamente ebenfalls nicht von der Kasse erstattet werden.

Infrastruktur vor Ort?
Für einen Urlaub in Orten mit gut erschlossener Infrastruktur reicht für gesunde Menschen ein in der Apotheke erhältliches fertig zusammengestelltes Reise-Set oftmals schon aus. 

Medikamente aus dem Internet?
Gelegentlich wird bei der Malariaprophylaxe gefragt, ob man nicht auch unbenutzte „Standby“-Medikamente aus dem Internet kaufen kann, um zu sparen.
Davon ist dringend abzuraten. Die meisten Medikamente sind nur bei guten Lagerungsbedingungen stabil. Hitze (wie sie in den meisten Regionen, die eine Prophylaxe erfordern, vorhanden ist) schadet der Qualität der Medikamente. Außerdem wissen Sie nicht, ob die Medikamente wirklich vom Hersteller stammen. Gefälschte Medikamente sind nicht nur bei den üblichen verdächtigen Präparaten, die Sie aus Spam-Mails kennen, ein Problem.

Sinnvoller Medikamentenvorrat 
Bei chronischen Erkrankungen macht es Sinn, einen erforderlichen Vorrat an Dauermedikamenten mitzunehmen. Eine Reserve sollte eingeplant werden, falls es Verspätungen, Streiks etc. gibt, oder z.B. durch Erbrechen Medikamente erneut eingenommen werden müssen. Eventuell macht das Klima eine geänderte Einnahme erforderlich…?

Im Ausland ist es oft schwierig, die gleichen Medikamente in der gleichen Qualität zu beschaffen. Das kostet Zeit und Geld. Ob eine Rückerstattung der Kosten durch Ihre Kasse erfolgt, sollte ggf. im Vorfeld geklärt werden.
Oder Sie nehmen eine ausreichende Reiseapotheke mit.
Sie sollten sich vor der Reise zu informieren, ob Apotheken vorhanden sind und dementsprechend planen.

Bescheinigung für den Zoll / die Gepäckabfertigung 
Je nach Reiseland, aber auch nach Präparat, kann es erforderlich sein, eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen, die über die Notwendigkeit der Medikamente Auskunft gibt. Dies kann Ihnen am Zoll große Probleme ersparen! Bei einigen Medikamentengruppen (z.B. starken Schmerzmitteln) ist sonst Ärger vorprogrammiert! Fallen Ihre Medikamente unter das sogenannte Betäubungsmittelgesetz (erkennen Sie daran, dass Sie ein gelbes und kein weißes oder rosafarbenes Rezept dafür benötigen), brauchen Sie für den Zoll eine Bescheinigung vom Gesundheitsamt.

Reisen mit Kindern
Kinder sind stärker anfällig für Infektionskrankheiten als Erwachsene. Daher sollte – besonders bei Fernreisen – eine reisemedizinische Beratung bezüglich der möglichen Schutzmaßnahmen erfolgen. 
Zur Grundausstattung der Reiseapotheke für Familien gehören unter anderem ein fiebersenkendes Schmerzmittel in einer kindgerechten Dosierung und Darreichungsform (Saft o. Zäpfchen), Elektrolytlösung zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten bei Durchfall und Fieber, Pflaster, abschwellende Nasentropfen, Sonnenschutzmittel mit ausreichendem Lichtschutzfaktor und Mückenschutz.

Reisen im Alter
Im Alter fallen Reisebelastungen größer aus. Chronische Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Altersdiabetes oder andere chronische Erkrankungen reduzieren die körperlichen Abwehrkräfte und stellen somit ein erhöhtes Risiko dar.

Einige Beratungspunkte als Beispiel:

Bei Herz- und Lungenerkrankungen kann im Flugzeug die deutlich dünnere Luft Probleme machen. 

Das reduzierte Durstgefühl führt dazu, dass meist zu wenig getrunken wird. Pro Flugstunde wird eine Trinkmenge von 250 ml empfohlen, um Austrocknung durch die Klimaanlage und Thrombosegefahr zu verhindern.

Weltweit ist mit Influenza und Pneumokokken zu rechnen. Auch in diesen Fällen sind ältere Menschen stärker bedroht und sollten nach überein-stimmender Empfehlung vorbeugend geimpft werden. 

Wichtige Medikamente sollten griffbereit im Handgepäck mitgenommen werden. 

Haben Sie einen aktuellen Medikamentenplan dabei?

Falls vorhanden: Nehmen Sie Notfallausweise mit, fertigen Sie sich ggf. eine Kopie an und lassen das Original zu Hause...

Vorbeugen ist besser als heilen...
Das gilt natürlich auch für die schönsten Wochen im Jahr. Also lassen Sie uns gemeinsam schauen, ob Sie etwas für Ihre Gesundheit beachten sollten.

Vereinbaren Sie am Empfang einen Termin für Ihre persönliche Reisemedizinische Beratung!

Nennen Sie uns dabei am besten schon Reisetermin und Ziel, damit wir im Vorfeld alle erforderlichen Informationen für Sie zusammenstellen können.

Bringen Sie Ihren Impfausweis bitte mit, damit wir bei dieser Gelegenheit schauen können, ob auch die Basisimpfungen auf dem aktuellen Stand sind! 

Klären Sie bitte im Vorfeld, welche Impfungen von Ihrer Krankenkasse übernommen werden. Lassen Sie sich die Kostenzusage bitte schriftlich geben. Die anderen Impfungen sind dann eine Privatleistung und müssen selbst bezahlt werden.
Wenn gegen mehrere Erreger geimpft werden muss und auch noch pro Erreger mehrere Impfungen notwendig sind, kann die Zeit knapp werden. Also bitte nicht aufschieben!


Wenn es Sie unter die Meeresoberfläche zieht: Falls Sie eine Tauchmedizinische Untersuchung benötigen, können Sie gerne einen Termin bei uns zur Untersuchung vereinbaren. - Diese Untersuchung ist zeitaufwändig, vereinbaren Sie also bitte rechtzeitig einen Termin, unser Terminplan ist chronisch voll... Weitergehende Hinweise unter "Tauchmedizinische Untersuchung".

 

Reiseapotheke

 

Checkliste für Ihre Reiseapotheke:

  • Ihre regelmäßig einzunehmenden Medikamente (in ausreichender Menge!)
  • Schmerzmittel
  • Mittel gegen Magenverstimmung, Blähungen, Verstopfung, evtl. gegen Durchfall (aber Vorsicht: dann bleiben auch die Keime, die den Durchfall ver­ursachen, länger im Körper!)
  • Wund-Desinfektionsmittel
  • Sonnenschutz (wichtiges Thema, auch dazu haben wir Informationen für Sie!)
  • Mittel gegen Reisekrankheit
  • evtl. Augentropfen gegen Reizung bei zu starker Sonne
  • Abwehrmittel gegen Mücken und Zecken
  • Mittel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand
  • Verbandpäckchen, Wundschnellverband
  • Pinzette, Schere (bitte nicht ins Handgepäck im Flug­zeug)
  • Fieberthermometer

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Drususallee 1-3
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Nächste Praxisferien:

Am Rosenmontag (04.03.2019) ist die Praxis brauchtumsbedingt geschlossen.
Bitte beachten Sie die Öffnungszeiten der
Notfallpraxis Neuss (im Johanna-Etienne-Krankenhaus).
Am Freitag, dem 29.03.2019 ist unsere Praxis abrechnungsbedingt vormittags in der Zeit von 8-10:30 Uhr nur für akute Notfälle geöffnet.

 

Bitte beachten Sie unsere Urlaubs- und Vertretungsregelung.

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Infos für Neupatienten

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© Dr. med. Guido Pukies